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1. Amazonas
Der Bundesstaat Amazonas umfasst den grössten Teil des westlichen Amazonasbeckens, eine Fläche von 1,5 Millionen Quadratkilometern, und ist damit der grösste Bundesstaat Brasiliens.
Der Amazonas ist der grösste Regenwald der Welt, der in neun Ländern eine Fläche von 4 Mio. km² bedeckt. Das Flusssystem ist das grösste Süsswasserreservoir der Erde. Neben dem Amazonas selbst gibt es noch 1.100 Zuflüsse, von denen 17 länger als 1.612km sind. An manchen Stellen ist das Flussbett des Amazonas 11km breit.
Rätselhaft blieb lange Zeit, weshalb Meeresbewohner wie Haie, Rochen, Seezungen, Garnelen und sogar Delphine, die den Amazonas bevölkern, Tausende Kilometer von der Meeresküste entfernt existieren können. Die Erklärung lieferte die Geologie: Bis vor 130 Millionen Jahren gehörten Afrika und Südamerika zum Riesenkontinent Gondwana; der noch längere Ur-Amazonas mündete damals in den Pazifik. Nachdem der Urkontinent zerbrach, driftete die südamerikanische Kontinentalplatte nach Westen und kollidierte mit der Erdkrustenplatte des Pazifiks. Durch den Zusammenprall entstanden die Anden, die sehr schnell die Mündung des Amazonas blockierten. Der Strom änderte daher seine Fliessrichtung und bahnte sich einen Weg zum Atlantik. Den Meeresbewohnern blieb keine Zeit mehr zur Umkehr, sie mussten sich an das aus den Anden herab strömende Süsswasser anpassen oder aussterben.
Der grösste Teil Zentral- und Ostamazoniens wird von Klarwasserflüssen durchzogen, deren grösste der Rio Taoajós und der Rio Xingú sind. Klarwasser ist mit destilliertem Wasser vergleichbar und kaum verunreinigt. Die Sichttiefe reicht bis zu vier Metern, und der pH-Wert tendiert zu sauer.
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2. São Paulo
Der Bundesstaat São Paulo grenzt nördlich an Minas Gerais, westlich an Mato Grosso do Sul, südlich an Paraná und östlich an Rio de Janeiro. Er verfügt über eine ausgedehnte Küstenregion, die von Inseln mit verschiedenartigem Aussehen sowie einem küstennahen Flachland unterbrochen ist. Im Landesinneren ist das Relief durch Erhöhungen der atlantischen Hochebenen sowie den tiefliegenden Gebieten des peripheren Tieflandes und der westlichen Hochebene gekennzeichnet.
Die Kolonisation von São Paulo begann in São Vincente, einem der ältesten Dörfer Brasiliens. Es verlor seinen Namen an die Statthalterschaft, deren Aktivitäten sich anfangs lediglich auf die Landwirtschaft zum Eigenbedarf, sowie dem Fang von Indios für den internen Sklavenmarkt, beschränkte. Mitte des 16.Jh. wurde das kleine Dorf São Paulo zur Statthalterschaft ernannt, da von ihr aus die Expeditionen zum Sklavenfang der Indios ausging und die Stützpunkte der derzeitigen brasilianischen Grenze festgelegt wurde. Mit der Entdeckung des Goldes in Minas Gerais, Mato Grosso und Goiás begannen Expeditionen zur Güter- und Personenbeförderung, die von São Paulo aus über den Rio Tietê starteten, um sich dann entlang des Rio Paraná zu den neuen Minen zu begeben. Im Laufe der Kolonialepoche erlitten die geografischen Grenzen umfassende Veränderungen. In der zweiten Hälfte des 18.Jh. erhielt die Landwirtschaft mit den Zuckerrohrplantagen wirtschaftliche Unterstützung. Sie bedeckten das nördliche Küstengebiet sowie die Region zwischen Itu und Sorocaba. Ende des Jahrhunderts bildeten sich nach und Kaffeeplantagen, die das wirtschaftliche Wachstum von São Paulo vorantrieben und die zu einer der reichsten, der damaligen Epoche, Provinz machte.
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5. Mato Grosso
Mato Grosso ist der kleinere nördliche Teil von Pantanal Norte und umfasste einst Rondônia und Mato Grosso do Sul. Nachdem es abgegliedert wurde ist es immer noch ein enorm grosses Gebiet und gilt als drittgrösster Bundesstaat. Im Süden liegt das Pantanal, im Norden ist das Land mit Busch und Wald bedeckt und geht in den Amazonaswald über. Mato Grosso war früher von zahlreichen Indianerstämmen bewohnt. Mato Grosso grenzt nördlich an Amazônien und Pará, östlich an Goiás und Tocantins, südlich von Mato Grosso do Sul und Bolivien und westlich an Rondônia.
Sein Relief ist mit einer bemerkenswerten Vielfalt an Hochebenen, Tiefland und überschwemmtem Flachland geformt. Die Säume der Hochebenen sind von Erosionsartigen Felsspalten gekennzeichnet, die von gradlinigen Oberflächen umgeben sind – auch als Plateau bekannt -. Zwei riesige und überschwemmte Flachlandregionen sind in Mato Grosso präsent: das Pantanalgebiet und Bananal.
Die Gebiete sind überwiegend mit der Buschsteppenvegetation bedeckt, wobei nördlich typische Spezies aus der Übergangsregion zum Amazonas vorherrschen. Richtung bolivianische Grenze überwiegt die Buschsteppe und entlang des Pantanal eine grosse Vielfalt typischer Pflanzen aus überschwemmten Gebieten.
Die Geschichte der Landbesiedlung steht im Zusammenhang mit dem Bergbau – besonders jedoch mit der Suche nach Gold und Edelsteinen. Durch die Bandeirantes wurden in den ersten Jahrzehnten der Kolonisation und weitere Entdeckung neuer Fundstellen im 20.Jh. die Städte Cuiabá, Vila Bela, Cáceres und Poconé gegründet. Mit Erschöpfung der Minen im ersten Zyklus des Bergbaus begann die Gewinnung von Gummi, der Holzabbau sowie weitere pflanzliche Produkte, die jedoch bei fehlenden Strassen und Konflikte mit den Einheimischen erschwert wurde.
Die Bundesstaaten Mato Grosso, Mato Grosso do Sul und Rondônia verkörpern noch immer den flüchtigen Mythos des “Letzten Grenzgebietes”, wo unberührtes Land frei ist und schnelle Reichtümer demjenigen winken, der Stärke und Mut besitzt. Doch die Wirklichkeit ist anders, und die 100.000 Neuankömmlinge pro Jahr finden den besten Grund und Boden bereits besiedelt vor. Dies war niemals ein Land ohne Menschen. Laute, aufdringliche neue Städte mit ihren unregelmässigen Hauptstrassen, die in rotem Staub ersticken, entstehen fast über Nacht. Ausserdem gibt es eine Menge gescheiterter Existenzen, die allmählich in die Slums von São Paulo zurückkehren, gezeichnet von Malaria und des Anstrengungen des Holzfällerlebens.
Cuiabá, die Hauptstadt des Bundesstaates, war einstige Goldgräbersiedlung und ist heute eine lebhafte Stadt. Die ersten Bandeirantes (Pioniere), die sich auf der Suche nach Gold ihren Weg flussaufwärts nach Cuiabá erzwangen, entdeckten in den 20er Jahren des 18.Jh. einen Dschungel, bewohnt von Indianerstämmen. Heute bilden diese Stämme in Mato Grosso und in Rondônia einen wichtigen Anteil der überlebenden brasilianischen Indianer. Innerhalb des Xingu-Nationalparks im nördlichen Teil des Mato Grosso, der für Aussenstehende nicht zugänglich ist, können diese Gruppen ihrer Tradition entsprechend leben.
Ab 1970 erweiterte die brasilianische Wirtschaft ihre Grenze in Richtung zentralen Osten und Mato Grosso verfestigte seine bereits in der Land- und Viehwirtschaft basierte Entwicklung. Der Bundesstaat ist derzeit grosser Samenproduzent – darunter auch Soja – mit mehr als 10% der Nationalproduktion. Durch seinen geografischen Mittelpunkt im Kontinent und wegen der natürlichen Landstriche, die den Pazifik mit dem Atlantik verbindet, kann Mato Grosso eine wichtige Rolle bei der Integration des Landes in Südamerika übernehmen. Neue Zufahrtswege, bessere Infrastruktur und landschaftliche Vielfalt verleihen dem Bundesstaat exzellente Grundlagen für den Ökotourismus.
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