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Antwort: Bt_go
 
Comments:
Jason sagt
Avatar  Jason

Bin mal gespannt, wer hier noch Gedichte kennt....

erstellt 07.03.2008 14:42
Avatar  benjamin

Das ist wohl nur der harte kern.



So was lernt ma doch heute nicht mehr.

erstellt 07.03.2008 14:47
Avatar  benjamin

Die glocke find ich nicht ( text)



Dann must du es aus dem kopf aufschreiben

Viel spass jason

erstellt 07.03.2008 14:50
Avatar  benjamin

10 punkte für den der die verse der glocke aufschreibt.

erstellt 07.03.2008 14:53
Avatar  benjamin

10 punkte für den der die verse der glocke aufschreibt.

erstellt 07.03.2008 14:53
Jason sagt
Avatar  Jason

Nu mal her mit de 10 Punkte ;-) Ist wirklich ein schönes Gedicht und ich bin immer wieder begeistert, wieviel davon in den ganz normalen Sprachgebrauch eingegangen ist und heute noch tagtäglich verwendet wird....

erstellt 07.03.2008 20:02
Avatar  benjamin

O.K. du bekommst die Punkte von meinen Punkzen ab.Sag mal euren Punktervergeber bescheid

erstellt 07.03.2008 20:13
Jason sagt
Avatar  Jason

Cool, Benjamin, dass Du noch ein paar weitere Gedichte hinzugefügt hast...das wird noch eine richtige Gedichtesammlung hier...:-) Wozu woobby so alles gut ist...überrascht mich selber immer wieder.

erstellt 09.03.2008 17:37
Avatar  benjamin

woobby bildet halt,pisa lässt grüssen :- )

erstellt 09.03.2008 19:21

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12. Die Nachtigall (Storm)

Die Nachtigall

Das macht, es hat die Nachtigall

Die ganze Nacht gesungen;

Da sind von ihrem süßen Schall,

Da sind in Hall und Widerhall

Die Rosen aufgesprungen.

Sie war doch sonst ein wildes Blut;

Nun geht sie tief in Sinnen,

Trägt in der Hand den Sommerhut

Und duldet still der Sonne Glut

Und weiß nicht, was beginnen.


Das macht, es hat die Nachtigall

Die ganze Nacht gesungen;

Da sind von ihrem süßen Schall,

Da sind in Hall und Widerhall

Die Rosen aufgesprungen.


Theodor Storm: Gedichte

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7. Osterspaziergang

Goethes Osterspaziergang


Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,

Im Tale grünet Hoffnungsglück;

Der alte Winter, in seiner Schwäche,

Zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur

Ohnmächtige Schauer körnigen Eises

In Streifen über die grünende Flur.


Aber die Sonne duldet kein Weißes,

Überall regt sich Bildung und Streben,

Alles will sie mit Farben beleben;

Doch an Blumen fehlts im Revier,

Sie nimmt geputzte Menschen dafür.


Kehre dich um, von diesen Höhen

Nach der Stadt zurück zu sehen!

Aus dem hohlen finstern Tor

Dringt ein buntes Gewimmel hervor.


Jeder sonnt sich heute so gern.

Sie feiern die Auferstehung des Herrn,

Denn sie sind selber auferstanden:

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,

Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,

Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,

Aus der Straßen quetschender Enge,

Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht,

Sind sie alle ans Licht gebracht.


Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge

Durch die Gärten und Felder zerschlägt,

Wie der Fluß in Breit und Länge

So manchen lustigen Nachen bewegt,

Und, bis zum Sinken überladen,

Entfernt sich dieser letzte Kahn.


Selbst von des Berges fernen Pfaden

Blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfs Getümmel,

Hier ist des Volkes wahrer Himmel,

Zufrieden jauchzet groß und klein:

Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

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13. Im Vorübergehen (Goethe)

IM VORÜBERGEHEN


Ich ging im Felde

So für mich hin,

Und nichts zu suchen,

Das war mein Sinn.


Da stand ein Blümchen

Sogleich so nah,

Daß ich im Leben

Nichts lieber sah.


Ich wollt es brechen,

Da sagt es schleunig:

Ich habe Wurzeln,

Die sind gar heimlich.


Im tiefen Boden

Bin ich gegründet ;

Drum sind die Blüten

So schön geründet.


Ich kann nicht liebeln,

Ich kann nicht schranzen;

Mußt mich nicht brechen,

Mußt mich verpflanzen.


*


Ich ging im Walde

So vor mich hin;

Ich war so heiter,

Wollt immer weiter -

Das war mein Sinn

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8. Liebesgedicht von Peter Hacks

Den Typen (aus der DDR, 1928-2003) kennt man nicht unbedingt – hatte seinen Namen noch nie gehört, aber Frank Schirrmacher, der Ober-Feuilletonist der FAZ hat dies Gedicht rausgekramt und hochgelobt und – es ist wirklich ausnahmslos schön:


Leider hat es keinen Titel in dem Bericht gehabt – deswegen einfach nur Liebesgedicht:


Beeilt euch, ihr Stunden, die Liebste will kommen.

Was trödelt, was schleppt ihr, was tut ihr euch schwer?

Herunter da, Sonne, und Abschied genommen.

Verstehst du nicht, Tag, man verlangt dich nicht mehr.

Mit seinen Droschken und Schwalben und Hunden

Wird mir das ganze Leben zum Joch.

Schluß mit Geschäften. Beeilt euch, ihr Stunden.

Und wärt ihr Sekunden, ich haßte euch noch.

Ich kann nicht erwarten, den staunenden Schimmer

In ihrem zärtlichem Auge zu sehn.

Verschwindet, ihr Stunden, am besten für immer.

Die Liebste will kommen, die Welt soll vergehn.


Schirrmacher schreibt dazu – heute am 9.3.2008 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – ein paar beeindruckende Sätze über Gedichte allgemein und dieses hier im besonderen:


“Die Frage ist, ob diese paar Zeilen eine halbe Bibliothek von Gemeinheiten aufwiegen (Hacks war wohl ein DDR-Verfechter und unangenehmer Zeitgenosse).Die Antwort lautet, dass neunzig Worte in der richtigen Reihenfolge mehr wert sind als zehntausend Worte in der falschen. Das Letztere ist Gesellschaft, das Erstere ist Kunst. Es braucht viel Rechnerkapazität, um aus neunzig einfachen Worten ein solches Gebilde zu machen. In der deutschen Literatur dauerte es von den Merseburger Zaubersprüchen bis zu dem Tag, da Hacks dieses Gedicht schrieb. Es ist nach Maßgabe strengster Kriterien: vollendet. Es vermag in zwölf Zeilen die Ungeduld des Liebenden in eine Ungeduld des Gedichts zu verwandeln, ein Text, der beim Lesen selbst immer schneller zu fließen scheint und dabei das Wunder zustande bringt, Liebesausbruch und Wutausbrauch in eine einzige Form zu bringen.”

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14. Der Herbst steht auf der Leiter (Hacks)

Der Herbst steht auf der Leiter von Peter Hacks


Der Herbst steht auf der Leiter

Und malt die Blätter an,

Ein lustiger Waldarbeiter,

Ein froher Malersmann.


Er kleckst und pinselt fleißig

Auf jedes Blattgewächs,

Und kommt ein ein frecher Zeisig,

Schwupp, kriegt der auch ´nen Klecks.


Die Tanne spricht zum Herbste:

Das ist ja fürchterlich,

die anderen Bäume färbste,

Was färbste nicht mal mich?


Die Blätter flattern munter

Und finden sich so schön.

Sie werden immer bunter.

Am Ende falln sie runter.

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