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8. Das Osterei
Gedicht von Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Hei, juchei! Kommt herbei! Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort und an jedem Ort!
Ist es noch so gut versteckt. Endlich wird es doch entdeckt:
Hier ein Ei! Dort ein Ei! Bald sinds zwei und drei.
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1. Am Ostermorgen
Gedicht von Friedrich Rückert
Am Ostermorgen schwang die Lerche sich auf aus irdischem Gebiet
und, schwebend überm stillen Pferche der Hirten, sang sie dieses Lied:
Erwacht! Die Nacht entflieht. Das Licht zerbricht die Macht der Nacht -
erwacht ihr Lämmer all, erwacht, auf feuchtem Rasen kniet!
Es ward von einem Osterlamme getan für alle Welt genug,
das blutend an dem Kreuzesstamme die Schuld der ganzen Herde trug.
Des Sieges Stunde schlug! Das Grab, es gab den Raub vom Staub zurück -
nun weidet grünes Laub, ihr Lämmer fromm und klug!
Der Baum des Lebens, fluchbeladen, stand abgestorben, dürr und tot.
Des Lammes Blut ihn mußte baden – nun wird es blühend rosenrot.
Gewendet ist die Not! O seht, her geht der Hirt, der wird
die Herde weiden unverirrt im neuen Morgenrot.
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4. Osterspaziergang
Goethes Osterspaziergang
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht,
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!
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